Am 20. Februar 2026 fand der diesjährige „Akademikerball“ in der Wiener Hofburg statt. Dieser wird seit 2013 von der Wiener Landesgruppe der rechtsextremen FPÖ organisiert. Er steht in der Tradition vom bis 2012 von überwiegend schlagenden deutschnationalen Burschenschaften ausgetragenen „Ball des Wiener Korporationsrings“ (WKR-Ball). Die Mehrzahl der anwesenden Männer bestand folglich aus deutschnational Korporierten.
Hochrangige FPÖ-Funktionär*innen wie etwa Nationalratspräsident Walter Rosenkranz, der Wiener Landesparteiobmann Dominik Nepp, die Nationalratsabgeordneten Susanne Fürst und Christian Hafenecker besuchten die Veranstaltung. Parteichef Herbert Kickl nahm wie bereits in den Vorjahren nicht am Ball teil. Unter den Gästen war zudem die ehemalige ÖVP- bzw. FPÖ-Politikerin Ursula Stenzel. Auch zahlreiche Funktionär*innen der AFD und dessen Jugendorganisation „Generation Deutschland“ fanden sich in der Hofburg ein.
Zudem besuchten – wie schon in den vergangenen Jahren – eine Vielzahl an Personen der außerparlamentarischen extremen Rechten den Ball, – darunter eine größere Zahl Mitglieder der „Identitären Bewegung“ (u.a. Martin Sellner, Yannik Robert Wagemann alias „Tim Ziegler“; Matthias Ohm; Michael Seibol; Maximilian Märkl). Aus der Schweiz reisten Neonazis rund um Manuel Corchia, den mehrfach vorbestraften Mitbegründer und Kader der neonazistischen Schweizer Gruppe „Junge Tat“, an.
Auch mehrere rechte „Polit-Influencer*innen“ zeigten sich am Ball, etwa Michelle Gollan („eingollan“), eine rechte Influencerin, die besonders auf YouTube aktiv ist sowie die niederländische Polit-Influencerin der neuen und katholischen Rechten Eva Vlaardingerbroek, gegen die aufgrund des Verbreitens rassistischer Verschwörungstheorien kürzlich ein Einreiseverbot für das Vereinigte Königreich ausgesprochen wurde.
Gegen den diesjährigen Akademikerball zogen wie bereits im Vorjahr zwei Demonstrationszüge durch Wien. An der von der „Offensive Gegen Rechts“ (OGR) organisierten Demonstration, die sich vor der Universität Wien versammelte und zum Stephansplatz zog, nahmen einige hundert Menschen teil. Ein weiterer Demonstrationszug unter dem Namen „Budenbummel“ zog mit etwa 300-400 Teilnehmenden vom Urban-Loritz-Platz an mehreren Verbindungshäusern vorbei und endete beim Grete-Rehor-Park.
Anschließend fand die rund 300 Teilnehmer:innen große Kundgebung des Bündnisses „Antifa Ballhausplatz“ am Michaelerplatz statt. Im Verlauf der letzten Kundgebung kann es zu fünf Anhaltungen und einer Festnahme. Die Polizei sprach in diesem Zusammenhang später von einzelnen Fällen, in denen gegen das Vermummungsverbot verstoßen worden.
Vier bis fünf junge Männer aus dem Umfeld der gewaltbereiten Neonazigruppe „Division Wien“ suchten am Rande der angemeldeten Kundgebung die Konfrontation mit Teilnehmenden. Die zahlreich anwesende Polizei ließ die Rechtsextremen gewähren. Nach einem kurzen Handgemenge am Rande der Versammlung wurde die Gruppe schließlich vom Versammlungsort zurückgedrängt. Es handelte sich um die gleichen Personen, die sich bereits am 24. Jänner am Abschlussort einer Rojava-Solidaritätsdemonstration aufgehalten und eine Auseinandersetzung gesucht haben.
Für weitere Informationen und Recherchen empfehlen wir den Beitrag von „Research against Global Authoritarianism“.
Weiters empfehlen wir die Bildstrecke unseres Kollegen Theo Winkler.











































































































































































































































































































































































































































