Am 14.02.2026 fand in Ungarns Hauptstadt Budapest der naonazistische „Tag der Ehre“ statt. Hierbei handelt es sich um ein geschichtsrevisionistisches Gedenken, bei dem der Ausbruchsversuch von SS-, Wehrmachts- und Horthysoldaten aus dem von der Roten Armee eingekesselten Budapest im Jahr 1945 verherrlicht wird.
Am gesamten Wochenende fanden in und um Budapest aus diesem Anlass unterschiedliche Veranstaltungen statt, etwa Rechtsrockkonzerte, eine von der Neonazi-Gruppe“Legió Hungaria“ organisierte Konferenz, sowie der sogenannten „Ausbruch 60“-Marsch.
Bei „Ausbruch 60“ handelt es sich um einen bis zu 60 km langen Marsch. Er folgt der historischen Route des Ausbruchsversuchs von SS- und Wehrmachtssoldaten, die diese 1945 aus dem Belagerungsring der Roten Armee um Budapest unternahmen. Nur wenige hundert der 17.000 NS-treuen Soldaten gelang damals die Flucht. Auf der gesamten Strecke des Marsches waren aufwändig gestaltete Stationen verteilt, die sich auf den Ausbruchsversuch bezogen. Nationalsozialistische Symbolik bis hin zu Hakenkreuzfahnen und SS-Insignien waren dabei ein fixer Bestandteil der Inszenierung.
Am Marsch beteiligen sich einerseits Personen, für die der sportliche Aspekt der 60km-Nachtwanderung oder aber das Reenactment im Vordergrund stand. Andererseits nahmen wie jedes Jahr auch zahlreiche Neonazis und Rechtsextreme daran teil. Die geschichtsrevisionistische Ausrichtung des Marsches und die Möglichkeit, NS-Symbolik unbehelligt und massenhaft zur Schau stellen zu können, übt besonders auf Neonazis aus Staaten, in denen neonazistische Symbole strafrechtlich verfolgt werden, eine große Anziehungskraft aus. So marschierten viele Teilnehmer*innen in SS- und Wehrmachtsuniformen, teilweise mit historischen Schusswaffen oder Handgranaten-Attrappen, mit.
Während der Beobachtung vor Ort wurden wiederholt aggressive Zurufe gegenüber Journalist*innen laut. Sprüche wie „Antifa-Fotzen“, „Antifa-Schweine“ oder „Hängen werdet ihr alle“ waren hörbar.
Im Vorfeld des „Ausbruch60“-Marsches fand eine antifaschistische Pressekonferenz statt. Organisiert wurde sie von der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“, dem „KZ-Verband Wien“ sowie ungarischen Initiativen in Zusammenarbeit mit der „Fédération Internationale des Résistants“.
In den Redebeiträgen wurde thematisiert, dass sämtliche angemeldeten antifaschistischen Gegenkundgebungen im Zusammenhang mit dem „Tag der Ehre“ untersagt worden waren. Betroffen war auch eine Veranstaltung, bei der die Holocaust-Überlebende Katalin Sommer sprechen sollte.
Im Anschluss an die Pressekonferenz kam es zu umfangreichen Polizeimaßnahmen. Noch vor dem offiziellen Ende wurde die Veranstaltung von der Polizei eingekesselt. Besucher*innen und Journalist*innen mussten ihre Ausweise vorzeigen; Pässe wurden fotografiert und von allen Anwesenden wurden Porträtaufnahmen angefertigt, bevor sie den Ort verlassen konnten.
Mehrere Beteiligte berichteten, dass sie aufgefordert wurden, ihre Personalien anzugeben. Auf Nachfrage nach der rechtlichen Grundlage sei zunächst von einer „Regierungsanordnung“ gesprochen worden; konkrete gesetzliche Bestimmungen seien erst nach längerer Diskussion genannt worden. Zwischenzeitlich sei von der Notwendigkeit die Rede gewesen „Proteste zu kontrollieren“, obwohl es sich um eine Pressekonferenz handelte.
Weiters empfehlen wir die Bildstrecke unseres Kollegen Theo Winkler.






























































































































































































































































































































