Am 22. August 2026 fand in Linz der „Marsch fürs Leben“ statt, an dem sich etwa 150 Personen beteiligten. Diese Kundgebung stellte die letzte Etappe der sogenannten „Pro Life Tour“ des christlich fundamentalistischen Vereins „Jugend für das Leben“ dar. Die Fundamentalist*innen trafen sich morgens zur Messe im Alten Dom und versammelten sich im Anschluss zur Startkundgebung am Linzer Hauptplatz. Nach einigen Redebeiträgen marschierten die Teilnehmer*innen durch die Innenstadt und hielten schließlich ihre Endkundgebung gegenüber vom Landestheater ab. Begleitet wurde der sogenannte „Marsch fürs Leben“ von einer feministischen Gegendemonstration.
Die in österreichischen Bundeshauptstädten in regelmäßig stattfindenden „Märsche fürs Leben“ bilden nicht nur durch die Brückenideologie „Antifemisismus“, sondern auch durch personelle Überschneidungen wichtige Berührungspunkte zwischen christlichen Funamentalist*innen und Rechtsextremen. Beim Verein „Jugend für das Leben“, der den „Marsch fürs Leben“ in Linz, Innsbruck, Salzburg und Klagenfurt organisiert, zeigen sich die Überschneidungen zur Extremen Rechten deutlich: Der aktuelle Vorsitzende des Vereins, Frederick Koller, ist Gemeinderat der rechtsextremen Partei AfD in Altomünster (DE). Zudem ist die Pressesprecherin Natalie Walch (ehem. Ehrenberger) nicht nur mit dem Innsbrucker FPÖ-Gemeinderat Fabian Walch verheiratet, sondern hat mit diesem vergangenen Juli auch an einem rechtsextremen Netzwerktreffen in Schnellroda (DE) teilgenommen. Auch bei den Mitorganisator*innen des Wiener „Marsch fürs Leben“ zeigen sich die Kontakte in die Extreme Rechte offen. So besuchten etwa Andreas Gapppmaier und der aktuelle Vorsitzende des Vereins „Marsch fürs Leben“ Alexander Trachta wiederholt rechtsextreme Kundgebungen.
Erst am 18. August 2026 äußerte der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler anlässlich einschlägiger Kundgebungen der „Jugend für das Leben“ in Innsbruck gegenüber der Wochenzeitung „Furche“: „Lebensschutz“ dürfte nicht von „rechtspopulistischen bis hin zu rechtsextremen Parteien vereinnahmt bzw. unterwandert werden“. Der Verbindungen in die völkisch-nationalistischen, rechtsextremen Szene sei man sich bewusst, wenngleich die „Jugend für das Leben“ nicht direkt im amtlichen Auftrag der Kirche handle. Glettler warnte weiters vor einer Ideologisierung des „Lebensschutzes“, dieser sei weder links noch rechts. Gleichzeitig distanzierte er sich vom, wie die Diözese Innsbruck ausführt, „Recht auf Abtreibung, das vom linken Politspektrum vorangetrieben werde“.
Auch rund 10 Mitglieder der christlich-fundamentalistischen Organisation „Österreichische Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum“(TFP) waren präsent. Erkennbar waren diese an ihren roten Tüchern, die sie um die Schulter trugen. „Tradition, Familie und Privateigentum“ (TFP) ist eine katholisch-traditionalistische und monarchistische Organisation, die in zahlreichen Ländern Ableger hat. Mitglieder des österreichischen Ablegers von TFP beteiligten sich in den vergangenen Jahren in Wien an rechtsextremen Veranstaltungen wie dem „Marsch für die Familie“ sowie an christlich-fundamentalistischen Demonstrationen wie dem „Marsch fürs Leben“. Innerhalb der internationalen antifeministischen Bewegung stellt TFP eine der einflussreichsten und wirtschaftlich stärksten Organisationen dar. Im 2025 veröffentlichten Bericht „The Next Wave: How Religious Extremism Is Regaining Power“ des „European Parliamentary Forum on Sexual and Reproductive Rights“ steht, vierzehn mit TFP assoziierte Organisationen würden zu den weltweit best finanzierten antifeministischen Organisationen zählen.
Ein Demonstrationsteilnehmer fiel erst am 13. Juni 2026 in Wien auf, als er Fotojournalist*innen bei einer queerfeindlichen Veranstaltungen gegen die zeitgleich stattfindende Vienna Pride bedrängte und bespuckte. Er ist dem Umfeld des christlich-fundamentalistischen Anti-Abtreibungsvereins „Pro Vita – Bewegung für Menschenrecht auf Leben“ zuzuordnen und betete Schulter an Schulter mit Mitgliedern der der traditionalistischen „Bruderschaft St Pius X“ (Piusbruderschaft).





















































