Am 13.September 2026 fand in Wien die jährliche Marienprozession der „Priesterbruderschaft St Pius X.“ (Piusbruderschaft) statt. Etwa 200 Personen beteiligten sich an der Prozession, die nach einer Messe in der Minoritenkirche von der Kirche ausgehend durch die Wiener Innenstadt zog. Besonders erwähnenswert ist die Geschlechtertrennung, die bei der Prozession herrschte: Deren vorderer Teil blieb den Männern vorbehalten, der hintere den Frauen. In Wien war bei öffentlichen Veranstaltungen eine ähnlich strickte Geschlechtertrennung in der Vergangenheit etwa bei den antisemitischen und islamistischen Al-Quds-Märschen zu beobachten.
An der Prozession beteiligten sich mehrere Teilorganisationen der „Piusbruderschaft“ wie die „Militia Immaculatae“, die Jugendorganisation der Bruderschaft „Katholische Jugendbewegung“ sowie die „Katholische Pfadfinderschaft St. Jeanne d’Arc“. Auch die Grazer „Katholische Österreichische Landsmannschaft Ferdinandea“ nahm am Umzug teil. Die Musikkapelle „Die Original-Kaiserjäger“ spielten im Verlauf der Prozession mehrere Stücke. Diese Kapelle ist in den vergangenen Jahren regelmäßig beim rechtsextremen „Marsch für die Familie“ gegen die Vienna Pride aufgetreten.
An der Prozession beteiligten sich mehrere Personen, die am Vortag am Kahlenberg an der rechtsextremen Kundgebung der „Identitären“ teilgenommen hatten. Mit Ronald Schwarzer, Andrew Moffatt und Lorenzo Gasparini waren bei der Prozession drei der Redner der vorangegangnen rechtsextremen Versammlung zugegen. Ronald Schwarzer ist der Besitzer des „Ferdinandihofs“ in dem die „Identitären nach ihrer Kundgebung am Kahlenberg eine geschlossene Veranstaltung abhielten. Der „Ferdinandihof“ stellt einen wichtigen Veranstaltungs- und Vernetzungsort für Rechtsextreme in Wien dar. Lorenzo Vannacci gilt als eine der zentralen Figuren der rechtsextremen italienischen Partei „Futuro Nazionale“. Andrew Moffat ist ein Vertreter der rechtsextremen englischen Lobby-Organisation „Traditional Britain Group“.
Weitere Verbindungen der Piusbruderschaft in die rechtsextreme Szene sowie der Anti-Abtreibungs-Bewegung offenbaren sich auch durch die Teilnahme von Akteuren der Vereine „Human Life International“, „Pro Vita“ sowie der „Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum“ (TFP) an der Prozession.
Die Priester Stefan Frey (bis 2023 Distriktoberer der Piusbruderschaft) sowie Johannes Regele (derzeitiger Distriktoberer) beteiligten sich weiters in der Vergangenheit am rechtsextremen „Marsch für die Familie“. Beide nahmen auch am christlich-fundamentalistischen „Marsch fürs Leben“ teil. Im Jahr 2002 nahmen Vertreter der Piusbruderschaft zudem am NS-Verherrlichenden Heldengedenken gemeinsam mit deutschnationalen Burschenschaftern und Neonazis teil.



































































































































