Wien: Kundgebung der rechtsextremen FPÖ (20.06.2026)

Am 20. Juni 2026 fand am Wiener Stephansplatz eine Kundgebung der rechtsextremen FPÖ statt. Diese wurde als „Volksfest“ anlässlich des 70-Jährigen Bestehens der Partei angekündigt. Die Partei wurde 1956 unter dem Namen „Verband der Unabhängigen“ (VDU) von Nationalsozialisten gegründet. Exemplarisch für die Kontinuitäten der FPÖ zum Nationalsozialismus waren die ersten Bundesparteiobmänner der Partei: Anton Reinthaller, Obmann von 1956 bis 1958,war ehemaliger NSDAP-Reichstagsabgeordneter und SS-Brigadeführer; Peter Friedrich, Obmann von 1958 bis 1978, war SS-Obersturmführer.

Für die Kundgebung wurde eine Bühne mit einem großen Bildschirm am Stephansplatz aufgebaut, davor sammelten sich im Laufe des Tages mehrere Hundert Personen.
Neben Parteifunktionär*innen und Sympathisantinnen versammelten sich wie so oft auch Neonazis auf der Kundgebung. Eine Gruppe Neonazis ist etwa dem Umfeld der Neonazigruppen „Tanzbrigade“ und der kürzlich offiziell aufgelösten Gruppe „Division Wien“ zuzuordnen. Mindestens zwei unter ihnen waren zuvor am 1. Mai 2026 an Angriffen auf Antifaschist*innen in Prag beteiligt.

Die FPÖ stimmte sich vor der öffentlichen Kundgebung am Stephansplatz im Rahmen eines Festaktes mit internationalen Gästen der Europäischen Rechten in der Wiener Hofburg ein. Unter den Gästen befanden sich Ungarns früherer Ministerpräsident Viktor Orbán, die Vorsitzenden der rechtsextremen AfD Alice Weidel und Tino Chrupalla sowie der Parteichef der niederländischen rechtsextremen PVV Geert Wilders. Nach dem Festakt in der Hofburg gingen die Gäste als Demonstrationszug von der Hofburg über den Graben zum Stephansplatz. Mehrere der prominenten Gäste aus der parlamentarischen extremen Rechten Europas traten später auch am Stephansplatz als Redner*innen auf.

Auf Wunsch von Teilnehmer*innen der rechtsextremen Kundgebung und trotz fehlender Rechtsgrundlage entfernten Polizistinnen unliebsame Fotojournalistinnen aus dem Kundgebungsbereich. Einzelne Teilnehmende versuchten zudem, anwesende Fotojournalistinnen an ihrer Arbeit zu behindern.