Am 28.03.2026 fand in Wien eine Demonstration in Solidarität mit dem islamistischen Regime im Iran statt. Etwa 150 Personen beteiligten sich an der Veranstaltung, die am Schwarzenbergplatz startete und bei der Iranischen Botschaft endete.
Die Veranstaltung wurde vom „Palästina Komitee“, „Irans Komitee Wien“ sowie dem „Arabischen Palästina-Club“ organisiert. Erstere Gruppe steht dem „Islamischen Zentrum Imam Ali“ nahe. Anlass der Kundgebung war einerseits der sogenannte „Tag des Bodens“ sowie der anhaltende Krieg zwischen USA, Israel und Iran, der am 28.02.2026 von ersteren begonnen wurde.
Das Bild der Demonstration war geprägt von Flaggen der Islamischen Republik Iran sowie von Portraits, die Ruhollah Khomeini und Ali Khamenei, sowie den aktuellen Obersten Führer Modschtaba Khamenei verherrlichten.
Ein Karton mit vorgefertigten Plakaten mit den Portraits wurde von den Organisator*innen in einem Wagen mitgeführt. Insofern liegt es nahe, dass die Verherrlichung von Ruhollah Khomeini, sowie Ali und Modschtaba Khamenei von den Organisator*innen der Veranstaltung beabsichtigt war. Bereits bei einer Kundgebung am 14.03.2026 wurde ein Karton mit vorgefertigten Plakaten mit den Portraits am Lautsprecherwagen gelagert.
Während der Kundgebung wurden zahlreiche Redebeiträge gehalten. In diesen wurde das Mullah-Regime verherrlicht, iranische Regime-Propaganda wiedergegeben, sowie wiederholt antisemitische Topoi bedient.
Özkan Karakullukcu (Palästina Komitee):
„[…] Jetzt führen die Kriegshetzer die Gesellschaft wieder an und werden uns wieder dem Abgrund näher bringen. Die Ostfront ist wieder aufgetaucht und unsere Kinder sollen dort die sogenannten Werte des Westens verteidigen. Gesteuerte Migration soll die Gesellschaft so lange spalten, bis jedermann Menschenverachtung als legitime Lösung anerkennt. In Westasien müssen unsere Geschwister im Islam alles opfern, um der rechtswidrigen Aggression entgegenzutreten. Es ist ein Wendepunkt für die Menschheit, die derzeit die Welt bevölkern, überall auf diesem wunderschönen Planeten. […]
[…] Was können wir schon ändern? Wen interessiert es schon, was wir hier machen und was hier geschieht? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir die Menschen beobachten, die auch keine Wahl hatten, die es sich nicht ausgesucht haben, in der Situation zu sein, in der sie sind. Überall auf der Welt gibt es sie und sie tun das was getan werden muss. Sie leisten Widerstand. Widerstand gegen die Ungerechtigkeit, die ihnen widerfährt. Unser Augenmerk liegt dabei natürlich auf unseren Geschwistern in Palästina, im Libanon, im Jemen und im Iran, die seit Jahrzehnten unter der Gewaltherrschaft und der Manipulation der Epstein-Bande und ihren korrupten Handlangern in den eigenen Regierungen und Bevölkerung leiden müssen. Gegen all diese Judeo-Nazis, Faschisten des israelischen Regimes, ihrer extremen rechten Bevölkerung und ihren US-Epstein-Freunden leisten sie seit Generationen Widerstand und opfern dafür alles, was ihnen lieb und wert ist. Aktuell zeigen unsere Geschwister in der Islamischen Republik Iran, wie man sich zu verhalten hat, wenn die perversen Kinderschänder aus dem Westen ihre Expansion vorantreiben wollen. Gleiches mit Gleichem vergelten ist die einzige Sprache, die die US-Pädophilen und Zionisten verstehen und akzeptieren. […]“
Unbekannte Rednerin (die Rede wurde auf Farsi gehalten und wird hier in deutscher Übersetzung wiedergegeben):
„[…] In unserem Land haben interne Heuchler unter verschiedenen Vorwänden Unruhen ausgelöst und unsere Polizei und Sicherheitskräfte, die für Sicherheit und Ruhe sorgten, angegriffen. Filme und Dokumente über diese Verbrechen sind vorhanden.
Als all ihre Tricks und Maßnahmen erfolglos blieben, begannen sie einen Krieg gegen unser Land. Sie machten unseren geliebten Anführer zum Märtyrer, einen Anführer, der die Stimme der Unterdrückten der Welt war. […]“
Michael Pröbsting („Revolutionary Communist International Tendency“, RCIT):
„[…] In diesem Konflikt stehen auf der einen Seite die Interessen der internationalen Arbeiterklasse und der unterdrückten Völker und auf der anderen Seite der amerikanische und israelische Imperialismus. Auf der einen Seite die Umma und auf der anderen Seite das amerikanisch-zionistische Monster. Und wir stehen für die Niederlage dieses Monsters und für den Sieg des Irans. […] „
Unbekannter Redner:
„[…] Der Tag des Bodens steht für den Kampf der Palästinenser für ihr Territorium,für die Verteidigung Gazas und des Westjordanlands. Aber wir wissen auch, dass die Befreiung Palästinas von der Herrschaft des Imperialismus nicht vereinbar ist mit der Existenz eines zionistischen Protektorats, einem Vorposten des US-Imperialismus, nicht vereinbar ist mit der Existenz Israels. Selbstbestimmung und nationale Befreiung Palästinas erfordert die Befreiung des gesamten Territoriums from the river to the sea! […]“
Es wurden im Laufe der Veranstaltung auch mehrere Parolen auf Deutsch, Englisch, Farsi sowie auf Arabisch skandiert. Folgend eine Aufzählung der Parolen in deutscher Übersetzung: „Tod Amerika!, „Tod Israel!“, „Tod Pahlavi!“, „Tod den Vaterlandsverrätern!“, „Bomb Bomb Israel!“, “ Bomb Bomb Tel Aviv!“, „Allahu Akbar!“, „Heidar!“, „Mit Seele und Blut opfern wir uns für dich, Palästina!“, „Chaibar, Chaibar oh ihr Juden! Mohammeds Armee wird zurückkommen!“. Während der Parole „Schlag zu, denn du schlägst gut!“ machten die Demonstrant*innen eine Handbewegung, die eine einschlagende Rakete darstellen sollte.
Diese Kundgebung zeigte die enge Verbindungen der Organisator*innen und der Teilnehmer*innen zur Iranischen Botschaft in Wien. Ein Botschaftsangestellter konnte bei Gesprächen mit Demonstrant*innen sowie bei Verhandlungen mit der Polizei beobachtet werden.
Am Ende der Kundgebung gingen mehrere Demonstrationsteilnehmer*innen in die Sperrzone, um vor der Iranischen Botschaft Blumen vor Bilder getöteter Mädchen abzulegen und um den Vertreter*innen des Iranischen Staates eine Solidaritätserklärung zu überreichen. Hier wurden sie vom Iranischen Botschafter Abbas Bagherpour Ardekani sowie weiteren Botschaftsangestellten empfangen. Auch der Botschafter bekam eine Blume und legte sie ebenfalls vor den Bildern nieder. Darauf folgte ein kurzes Gespräch zwischen dem Botschafter und den Demonstrant*innen. Das Onlinemedium „Iranwien News“ hat ein Video dieser Aktion veröffentlicht.
Weiters empfehlen wir die Bildstrecke unseres Kollegen Theo Winkler zur Kundgebung.






























































