Am 14. März 2026 fand in Wien eine Solidaritätskundgebung für das islamistische Regime im Iran statt, an der etwa 400 Personen teilnahmen. Die Demonstration wurde vom „Palästina Komitee“ organisiert, das dem „Islamischen Zentrum Imam Ali“ nahesteht.
Die Veranstaltung startete am Platz der Menschenrechte und zog anschließend mit einem Zwischenstopp vor dem Parlament zum Votivpark, wo die Abschlusskundgebung stattfand.
Das Bild der Demonstration war geprägt von Flaggen der Islamischen Republik Iran sowie von Portraits, die den ehemaligen Obersten Führer des Iran, Ali Khamenei, sowie seinen Sohn und Nachfolger Modschtaba Khamenei verherrlichten. Auf manchen Plakaten mit dem Portrait Modschtaba Khameneis stand „Gottes Hand ruht auf unserem Anführer Khamenei“. Ein Karton mit vorgefertigten Plakaten mit den Portraits wurden am Lautsprecherwagen gelagert, insofern liegt es nahe, dass die Verherrlichung von Ali und Modschtaba Khamenei von den Organisator*innen der Veranstaltung mitgetragen oder zumindest gebilligt wurde.
Der am 28.02.2026 getötete Ali Khamenei wurde nicht nur auf Plakaten und Bildern verherrlicht, sondern auch in einem Flugzettel des „Palästina Komitees“, der auf der Demonstration verteilt wurde. Hier war auch eine klare Parteinahme für und eine Verharmlosung des iranischen Mullah-Regime zu lesen:
„Die iranische Regierung ist in keiner Weise zu der von den Kriegstreibern erwarteten und verlangten Kapitulation bereit und wird trotz der vielen zivilen Opfer – die schändliche Bombardierung einer Mädchenschule mit über 160 Toten gleich am Beginn des Krieges ist das deutlichste Symbol dafür – von der eigenen Bevölkerung massiv und vorbehaltlos unterstützt. Das gilt vor allem seit dem auch international aufsehenerregenden Märtyrertod des islamischen Revolutionsoberhaupts. Dieser unheimliche und unvergleichliche Akt der zügellosen Aggression hat auch den regierungskritischen Teilen der Bevölkerung die Augen über den wahren Charakter der verbrecherischen Angreifer geöffnet und zu einer unglaublichen opferbereiten Einheit des gesamten Volkes geführt. Diese vom Volk getragene Unterstützung gilt erst recht auch für den neugewählten Nachfolger und Sohn seines Märtyrervaters. Er gilt als Garant für die entschlossene und unbeugsame Fortsetzung des gerechten Widerstands. Keine Drohungen der westlichen Regierungen, keine Verleumdungen und Manipulationen der herrschenden internationalen Medien vermögen das zu ändern. Dazu gehört nach wie vor die Befreiung des palästinensischen Volkes und von ganz Jerusalem als Symbol und Vorbote der Befreiung aller unterdrückten Völker in der Welt und für die Änderung der gesamten ungerechten Weltunordnung. Nur die entschlossene und mutige Entlarvung und Entmachtung der schamlosen Kriegstreiber kann den Weltkrieg verhindern, das gänzlich ausgeschaltete Völkerrecht wiederherstellen und zu einem dauerhaften gerechten Weltfrieden führen.“
Özkan Karakullukcu, Mitglied des „Palästina Komitees“ und Mitorganisator der Kundgebung, bediente in seinem Redebeitrag antisemitische Topoi und verherrlichte ebenfalls Ali Khamenei:
„Aber diesmal haben sich die vereinigten Zionisten militärisch und strategisch stark verrechnet und den Iran unterschätzt. Jetzt, wo sich ihnen der Widerstandswille der Menschen im Iran genauso wie der Widerstandswille unserer Geschwister in Palästina, im Jemen und im Libanon entgegenstehen, jetzt erst begreifen sie, dass das Morden die Menschen nicht schwächt, sondern es macht sie als Nationen und als Völker unsterblich für die Gerechtigkeit und für die, die hierbleiben und den Kampf weiterführen.
Imam Khamenei ist ein leuchtendes Beispiel für diese furchtlosen Menschen. Er ist nicht in ein Flugzeug gestiegen und hat das Land verlassen, wie der heldenhafte Oberzionist Bibi. Er hat sich nicht im Bunker versteckt wie die mutigen israelischen Besatzungstruppen.
Er hat durch seinen Mut und seine Entschlossenheit den Menschen auf der ganzen Welt gezeigt, dass sein Tod kein Verlust,sondern eine Energiequelle für die tapfere iranische Bevölkerung und den globalen Widerstand ist. Manchmal ist es eben notwendig, sich der Gefahr zu stellen, wenn man gegen die Ungerechtigkeit kämpfen muss. Alle diese Menschen bilden jetzt die Achse der Verteidigung gegen die größte Bedrohung der Menschheit, gegen die Epsteins dieser Welt, gegen die zionistische Ideologie.“
Zahlreiche Demonstrationsteilnehmer*innen trugen Bilder der bei einem Angriff der USA auf eine Schule getöteten Mädchen.
Auf Plakaten und in Redebeiträgen wurde mehrmals Bezug auf die Epstein-Files genommen. So war etwa auf Plakaten „Epsteinfood 168 Girls Blood“, „Trump Belongs to the Island“ und „Sie zerstörten die Kinderrechte“ zu lesen. In Redebeiträgen war bezugnehmend auf Israel und die USA vom „Epstein-Class-Regime“, „Epstein-Israeli-USA-Regime“, der „Westliche[n] Epstein-Klasse“, sowie von „Pedophile[n] Eliten aus dem Westen“ und der „pedophile[n] Epstein-Bande, die die Welt beherrschen möchte“ die Rede.
Seit der ersten Kundgebung gegen den Angriff der USA und Israels gegen den Iran in Wien am 01.03.2026 ist verstärkt ein Schulterschluss zwischen antisemitischen linken Gruppen und schiitischen Islamist*innen zu beobachten. Zentrale Akteur*innen der antiisraelischen Linken in Wien, etwa Wilhelm Langthaler, traten schon vor Jahren als Redner etwa am Al-Quds-Marsch im Jahr 2018 auf, der von dem Regimenahen „Islamischen Zentrum Imam Ali“ organisiert wurde.
Weiters empfehlen wir die Bildstrecke unseres Kollegen Theo Winkler zur Kundgebung:









































































































